Was wir machen? Kutterpullen!


Jeden Dienstag stechen die Pulldeerns zwischen Habenhausen und Hemelingen in See. Ihr Traumschiff heißt „Pull Position“ und was von den Landratten etwas hilflos als rudern bezeichnet wird, nennt man in der Seemannssprache „pullen“, daher auch der Name der Frauengruppe. Im Gegensatz zum Rudern gibt es beim Pullen nur einen Riemen, den man mit beiden Händen kräftig durchs Wasser zieht (englisch to pull). Spätestens jetzt merkt man, dass sie einen Mannschaftssport betreiben bei dem alle im sprichwörtlich selben Boot sitzen und es ohne den notwendigen Teamgeist nur ein wildes Durcheinander geben würde. Aber auch wenn alle im Takt pullen, kostet es schon einige Anstrengung bis der knapp zwei Tonnen schwere Jugendwanderkutter des WSV Hanse-Kogge in Bewegung kommt. Doch ist er erst einmal in Fahrt, kann man ihn nur schwer bremsen, sodass das „Einparken“ am Liegeplatz gelernt sein will. Dieser 8,5 Meter lange Bootstyp wurde aus den Rettungsbooten der kaiserlichen Marine weiterentwickelt und lässt sich auch hervorragend segeln.

In der warmen Jahreszeit startet ihre wöchentlichen Tour regelmäßig um 19:00 Uhr vom Steg des Wassersportvereins am Bunnsackerweg. Meistens pullen die sieben Frauen im Alter von 18 bis 60 Jahren Weseraufwärts, und obwohl sie schon bei Wettkämpfen an der Schlachte teilgenommen haben, steht der sportliche Ehrgeiz nicht im Vordergrund; Bewegung an der frischen Luft und geselliges Beisammensein sind ihnen ebenso wichtig: Wenn sie nach einer guten Stunde in den Hafen zurückkehren, wird die verbrauchte Energie schnell wieder mit Pommes aufgefüllt, ihre Geburtstage aber feiern sie mitten auf der Weser mit Sekt und einem dreifachen „Pull-Pull-Pulldeerns“. Sie sind also eine fröhliche Frauengruppe, die sich auch in der Winterpause regelmäßig jeden zweiten Dienstag im Monat trifft. Nur der Nachwuchs bereitet ihnen ein wenig Sorge. Aus diesem Grund bieten sie an jedem 3. Dienstag im Monat ein „Pullen zum Ausprobieren“ an, bei dem jede Frau zwischen 16 und 66 herzlich willkommen ist. Angst braucht niemand zu haben, denn verirren auf der Weser – also bitte! Und Seekrank ist auch noch keine geworden. Also einfach mal vorbeikommen, wenn Frau neugierig geworden ist und Lust bekommen hat. Alleine schon die ungewöhnliche Perspektive ist dieses Abenteuer wert.

 

                             Foto:Katrin Junge-Dally, Text: Andreas Gröhl & Katrin Junge-Dally

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